Der erste Schnee des Winters

… der ja noch ein Herbst ist, fiel ab den Mittagsstunden bis in die Niederungen. Doch während es im Wesertal noch nicht für eine weiße Landschaft reichte, bildete sich im Solling im Laufe des Nachmittags eine dünne Schneedecke aus. Bei -0,5 °C, gemessen an der Station im Silberborner Kurgarten gegen 14:15 Uhr, zuckerte es zunächst leicht an:

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Auch auf den Straßen, hier am Ortsausgang Silberborn Richtung B497, wurde es ab ca. 14:30 Uhr weiß:

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Doch bis der Winterdienst sich mit dem seit Tagen angekündigten Schneefall befasste, verging noch viel Zeit, so dass schließlich im Feierabendverkehr nach 16 Uhr ein LKW an einer Steigung auf der B497 zwischen Mühlenberg und Abzweig Silberborn auf ungeräumter und ungestreuter Straße liegenblieb. Zum Glück war die Polizei schnell vor Ort und regelte den Verkehr an der Gefahrenstelle:

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In Silberborn hatte sich zwischenzeitlich eine dünne Schneedecke ausbilden können:

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Damit gab es den ersten Wintergruß im Solling wie so häufig im Herbst. Im vergangenen Jahr fielen die ersten Flocken am 12. November vom Himmel, eine Schneedecke konnte sich damals aber noch nicht ausbilden. Anders 2016, als der erste Schnee der Saison in der Nacht zum 8. November gefallen war und gleich zu Beginn der Aufnahme der Wettermessungen im Kurgarten in Silberborn eine Schneedecke von 3 cm notiert werden konnte. Die verschwand zwar schon im Laufe des Tages wieder, an manchen Stellen konnten sich die Reste aber noch mehrere Tage in kalter Luft halten.
Noch deutlich eiliger hatte es der Winter vor drei Jahren: 2015 wurde mit dem 14. Oktober sogar einer der frühesten Schneefalltage seit Messbeginn registriert.

 

 

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Sonnig, mild und (viel zu) trocken

Rückblick auf den Oktober 2018 in Silberborn

Auch im Hochsolling setzte sich die Serie der warmen und deutlich zu trockenen Monate mit viel Sonnenschein im Oktober fort. Anders als im inversions- und nebelanfälligen Wesertal konnte sich die höhenwarme Wetterlage, die weite Strecken des zweiten meteorologischen Herbstmonats dominierte, in den den Sollinghöhen deutlicher durchsetzen. So betrug die Monatsmitteltemperatur an der privaten Station im Silberborner Kurgarten 9,6 °C; die Abweichungen gegenüber den langjährigen Klimamittelwerten entsprachen mit +1,6 K (1981-2010) bzw. +1,7 K bezogen auf die ältere Referenzperiode von 1961-1990 fast genau jener des deutschen Gebietsmittels.
Mit acht Tagen mit einer Höchsttemperatur von über 20 Grad wurde ein deutlicher neuer Oktoberrekord in der Höchsolling-Messreihe aufgestellt, am wärmsten wurde es am 13. mit 23,8 °C. Die Nächte blieben durchweg frostfrei.

Das Warten auf Regen war wiederum meist vergeblich: Ganze 33,4 mm kamen an 13 Niederschlagstagen zusammen, das sind nicht einmal ganz 37% des Mittels der Jahre 1981-2010. Die Sonne zeigte sich mit ca. 144 Stunden um ziemlich genau die Hälfte länger als im vieljährigen Durchschnitt. Im weitgehend hochdruckdominierten Oktober spielte der Wind meist nur eine Nebenrolle, Ausnahmen waren Böen bis Stärke 8 am 23. und 24. sowie am 30., der in exponierten Lagen des Sollings sogar vereinzelte Böen der Stärke 9 gebracht haben dürfte.

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Vom spätsommerlichen Gold zum tristen Grau

Rückblick auf den Oktober 2018 an der DWD-Station Bevern

Nach einem vorübergehend herbstlich kühlen Start setzte sich auch im Oktober die seit April anhaltende sehr warme, sonnige und trockene Witterung fort. Der sprichwörtlich goldene Oktober prägte die lokale Witterung bis zum Beginn der dritten Dekade, bevor ein Umschwung für einen sehr trüben, zunehmend kühlen und auch regnerischen Abschnitt sorgte, der aber die seit Monaten anhaltende Trockenheit kaum lindern konnte. Auch der Oktober schloss mit einem deutlichen Niederschlagsdefizit ab, dazu war es sonniger und wärmer als im langjährigen Durchschnitt, wobei der Temperaturüberschuss zum Monatsende hin wie schon im September noch ein ganzes Stück abgebaut wurde.

Mit einer Mitteltemperatur von 10,7 °C war es an der DWD-Station in Bevern um 1,0 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Damit brachte der Oktober die bisher geringste Abweichung vom langjährigen Klimawert im Jahr 2018, war also auf den ersten Blick am „normalsten“ temperiert. Doch hinter diesem Durchschnittswert verbergen sich ungewöhnliche Ausschläge im Monatsverlauf: Vor allem zu Beginn des zweiten Drittels deutlich hin zur warmen Seite, zum Monatsende dann zur kalten. Recht kühl und von dichten Wolken geprägt verliefen auch die ersten Tage, bevor sich ab dem 5. wieder warmes und sonniges Hochdruckwetter durchsetzen konnte, das seinen Höhepunkt durch Hoch „Viktor“ in der dritten Pentade fand, als täglich neue Tagesrekorde aufgestellt und die bisher spätesten meteorologischen Sommertage in der Region gemessen wurden, inklusive des neuen Monatsrekords von 27,3 °C.

Ein bemerkenswertes Randereignis bescherte der 16.10. der Region: Auch an diesem Tag waren Höchstwerte von über 20 Grad vorhergesagt, doch erreicht wurden nicht einmal 16 – zumindest nicht in Bevern, während in Silberborn, rund 320 m höher gelegen, über 18 °C gemessen wurden. Das ist im Herbst eigentlich nicht ungewöhnlich, sondern eher der Klassiker, wenn es zu einer höhenwarmen Wetterlage kommt, bei der sich wegen einer Inversion und ggf. Nebel im Wesertal die Wärme nicht mehr bis in die tiefe Grundschicht durchsetzen kann. Doch diesmal war es nicht Nebel, sondern ein nach durch Aufklaren kühler Nacht am Morgen aufziehendes Wolkenband, das die Temperaturen stark dämpfte – und dieses Wolkenband wurde zwar im Tagesverlauf immer schmaler, hielt sich jedoch über dem Wesertal hartnäckig bis zum späten Nachmittag, während sich drumherum längst die Sonne durchgesetzt und die Luft erwärmt hatte. So brachte der Blick auf die Tageshöchstwerte im Netz des Deutschen Wetterdienstes an diesem Abend ein außergewöhnliches Ergebnis: Von den fast 500 Klimastationen meldeten nur fünf einen noch niedrigeren Wert als Bevern – sämtlich Mittelgebirgs- und Berggipfelstationen mit Höhenlagen zwischen 887 und 2.964 m über NN. Dieser Tag trug mit dazu bei, dass die Temperaturabweichung vom lokalen Klimawert im Oktober in Bevern geringer ausfiel als im bundesweiten Durchschnitt – um immerhin 0,5 Grad, wie schon im September.

Sorgenkind blieb auch im Oktober die Niederschlagsbilanz: Zwar brachte der Wechsel hin zu wolkenreicher Witterung in der letzten Dekade erstmals seit Ende März/Anfang April sieben Tage mit Regen in Folge, aber die Mengen waren viel zu gering, um eine Entspannung der Dürre der letzten Monate in Gang zu bringen. Trügerisch ist dabei der Blick über Felder und Wiesen, die sich mittlerweile wieder überwiegend grün statt braun zeigen, denn nur in den oberen Schichten konnte das Defizit etwas abgebaut werden. In den tieferen Schichten bis 1,80 m Bodentiefe herrschte gemäß der Klassifizierung des Dürremonitors des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) auch Ende Oktober weiterhin die höchste Stufe „außergewöhnliche Dürre“ auch in unserer Region. Die Monatssumme erreichte mit 29,7 mm in Bevern nur knapp 46% des langjährigen Mittels von 1981-2010.

Die Sonnenscheindauer lag mit rund 140 Stunden trotz der wolkenreichen dritten Dekade um ca. 45% über den langjährigen Werten. Die Berechnung dieses nicht direkt vor Ort gemessenen Parameters fiel im Oktober etwas schwerer als sonst, da der Sensor an der nächstgelegenen Messstelle des DWD in Lügde-Paenbruch seit Monatsmitte defekt ist und seitdem keine Werte mehr liefert. Die ungleiche Verteilung zeigt ein Blick auf die Tagessummen: Die erste Monatshälfte steuerte mit 100 Stunden den Hauptanteil bei, und vom 11.-15. zeigte sich kaum ein Wolke am Himmel, so dass in diesen Tagen die jahreszeitbedingt noch möglichen knapp zehn Stunden Sonnenschein erreicht wurden. In scharfem Kontrast dazu brachten die neun Tage zwischen dem 22. und 30. ganze 2,4 Stunden zusammen. Trotz dieses zwischenzeitlichen Rückfalls auf 2017er-Niveau weist die Jahresbilanz nach zehn Monaten nun beeindruckende 1.805 Stunden aus.

Nach längerer Zeit machte sich am Monatsende auch der Wind wieder einmal bemerkbar: Ein von Süd nach Nord ziehendes kräftiges Tiefdruckgebiet verursachte am Abend des 30.10. stürmische Böen mit Stärke 8 bis in die Niederungen. Mit Abzug des Tiefs verschwanden in der Nacht zum 31. auch die dichten grauen Wolken und der Oktober 2018 verabschiedete sich zum Feiertag am Reformationstag so, wie er sich über weite Strecken gezeigt hatte: Sonnig und trocken.

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Weiterer DWD-Standort im Kreis Holzminden in Betrieb

Auch in Hellental wird jetzt Niederschlag gemessen

Seit Ende September gibt es auf der Karte der DWD-Stationen einen neuen Punkt im Landkreis Holzminden: Nach über einem Jahr konnte in Heinade-Hellental ein Nachfolgestandort für die langjährige Niederschlagsstation Dassel eingerichtet und in Betrieb genommen werden. Der Standort Dassel musste wegen des Todes des ehrenamtlichen Beobachters im Juli 2017 geschlossen werden, seither suchte die Regionalzentrale Hamburg des Deutschen Wetterdienstes einen Nachfolger. Aus dem Ort selbst lagen offenbar keine Bewerbungen vor, im Frühjahr war Hehlens Bürgermeister Sebastian Rohde auf dieses Gesuch des DWD aufmerksam geworden und ist seit dem Sommer als Niederschlagsbeobachter für den staatlichen Wetterdienst in seinem Heimatort aktiv. Über diese neue Station im Nordkreis hatte der Tägliche Anzeiger Holzminden ausführlich in seiner Ausgabe vom 26.07.2018 berichtet und dabei auch noch einmal die Gesuche des DWD nach ehrenamtlichen Beobachtern in Dassel, Polle und Beverungen bzw. deren näherer Umgebung veröffentlicht. Auf diesen Lokalzeitungsartikel hin hatte sich ein Leser aus Hellental am Rande des Sollings für den Nachfolgestandort von Dassel beworben und nach einigen Wochen den „Zuschlag“ bekommen.
Seit dem Morgen des 1. Oktober gibt es nun eine tägliche Meldung über den gefallenen Niederschlag in Hellental. Der Standort zählt ebenso wie Hehlen zum konventionellen Niederschlagsmessnetz des DWD. An solchen Stationen ist ein auch als „Hellmann“ (nach seinem Erfinder, dem preußischen Meteorologen Gustav Hellmann) bezeichneter Regenmesser im Einsatz. Der Niederschlag fällt in ein Auffanggefäß mit einer normierten Öffnungsfläche von 200 cm² durch einen Trichter in eine Sammelkanne, die der Beobachter zu einem festgelegten Ablesetermin am Morgen (05:50 Uhr UTC = 06:50 Uhr MEZ / 07:50 Uhr MESZ) in einen Zylinder entleert und anschließend die Menge in Zehntelmillimetern anhand der Skala auf Augenhöhe abliest. Ein Millimeter entspricht dabei einem Liter pro Quadratmeter. Dieser Messwert wird anschließend zeitnah über eine Eingabeseite im Internet an den DWD übermittelt, von wo aus die Messung nach einer ersten formalen automatischen Prüfung weiterverbreitet wird.
Am schnellsten sind die Daten auf dem CDC-ftp-Server des DWD unter CDC-ftp-Server des DWD (dort auf die zip-Datei im Ordner Datei:tageswerte_RR_00923_akt.zip klicken) oder über den Anbieter Kachelmannwetter (Beispiellink zum Messwert vom Morgen des 1.10.) abzurufen.

Auf diesen Seiten finden sich auch die Messwerte der anderen DWD-Stationen im Kreis, deren Zahl auf nunmehr sechs angewachsen ist: Neben den Standorten in Hehlen auf 133 m und Hellental auf 270 m zählt auch noch Polle auf ebenfalls 270 m (Wilmeröder Berg), wo weiterhin ein Nachfolger für die Betreuung gesucht wird, zum konventionellen Niederschlagssmessnetz. Dazu kommen die automatisch arbeitenden Niederschlagsstationen in Ottenstein auf 295 m und Eimen-Vorwohle auf 265 m, an denen der fallende Niederschlag elektronisch erfasst und stündlich an den DWD übermittelt wird, ohne dass hierfür eine Eingabe des Betreuers notwendig ist. Automatisch arbeitet schließlich auch die einzige Klimastation im Kreis in Bevern auf 110 m (Typ AMDA III oder WST III), wo neben dem Niederschlag auch die Temperatur in 2 m und 5 cm Höhe sowie die Luftfeuchte gemessen wird.
Ganz ohne Menschenhand geht es aber auch an den automatischen Stationen nicht: An allen sechs Standorten wird zwischen dem 1. Oktober und 30. April auch die Schneehöhe gemessen und erfasst, und dies geschieht – wenn denn einmal Schnee gefallen ist – klassisch von Hand durch den ehrenamtlichen Beobachter.  Hierbei haben die Betreuer an den konventionellen Stationen etwas mehr zu tun, denn wenn Schnee gefallen ist, muss dieser aufgetaut werden, um auch die Höhe des flüssigen Niederschlags zu bestimmen. Dazu verfügt jeder Beobachter über einen zweiten „Hellmann“, der im Falle von festem Niederschlag im Auffanggefäß zum Ablesezeitpunkt am Morgen gegen den anderen ausgetauscht wird. Anschließend wird der Schnee im Messgefäß, das mit einem Deckel verschlossen wird, in einem nicht zu warmen Raum langsam aufgetaut und dann die Entleerung der Sammelkanne und die Ablesung und Meldung vorgenommen. Daher liegen die Tageswerte des Niederschlags an konventionellen Stationen im Falle von Schnee und Eis erst etwas später vor. An den automatisierten Standorten sorgt je nach Bauart des Ombrometers entweder Frostschutzmittel oder eine Beheizung dafür, dass die Messung permanent erfolgen kann.
Höhenlagenbedingt dürfe der neue Betreuer in Hellental ebenso wie seine Kollegen in Ottenstein und Vorwohle häufiger Schnee messen und melden als die Beobachter an den tiefer gelegenen Standorten Bevern und Hehlen. Gerade in den letzten beiden Wintern gab es ja deutliche Unterschiede bei der Anzahl der Schneedeckentage und der Schneehöhe zwischen dem Wesertal und den Höhenzügen des Kreises. Dies belegen besonders die Messungen am Standort im Silberborner Kurgarten auf rund 430 m über NN, wo jeweils bis zu 36 cm gemessen wurden. Diese Station gehört zwar nicht zum offiziellen DWD-Netz, verfügt aber über dieselbe Niederschlagsmesstechnik mit zwei Hellmann-Geräten, von denen einer freundlicherweise vom DWD Hamburg zur Verfügung gestellt wurde. Und die Schneemessung erfolgt dort wie hier mit einem Schneepegel oder einem gewöhnlichen Zollstock.
Aber bis es soweit ist, wird es in diesem Jahr noch etwas dauern, anders als vor drei Jahren, als bereits am Morgen des 13. Oktober der erste Schnee in den höheren Lagen gefallen war: Fulminantes Sommercomeback mitten im Herbst

Der neue Standort in Hellental an der Hauptstraße:

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Bericht über die Niederschlagsstation Hehlen im TAH vom 26.07.2018:

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Fulminantes Sommercomeback mitten im Herbst

27,3 °C: Neuer Oktoberrekord an der DWD-Station Bevern

Nachdem es vor zwei Wochen stellenweise bereits den ersten leichten Frost gegeben hatte, in den Niederungen am Boden, in den höheren Lagen des Sollings auch in der Luft, schien das Kapitel Sommer und Wärme für dieses Jahr zu den Akten gelegt.
Doch nach einem zunächst verhaltenen Start in den Oktober feierte das Sommerwetter in den letzten Tagen mitten im Herbst ein fulminantes Comeback und trieb die Temperaturen auf neue Rekordhöhen.

Schon am Freitag war mit 25,4 °C an der DWD-Station in Bevern ein neuer Höchstwert und zugleich erstmals ein meteorologischer Sommertag in einer zweiten Oktoberdekade gemessen worden, doch der Samstag setzte noch einmal fast zwei Grad drauf:  Mit Sonnenunterstützung von Auf- bis Untergang und Südwind erwärmte sich die Luft bis auf 27,3 °C, womit nicht nur der erst einen Tag alte Dekadenspitzenwert erneut verbessert, sondern sogar ein neuer Monatsrekord aufgestellt wurde. Noch nie zuvor war es im Oktober in der Region derart warm geworden, der alte Höchstwert lag bei 27,1 °C und wurde am 1.10.2011 gemessen.
Auch wenn der neue Rekord auf den ersten Blick „nur“ 0,2 Grad mehr beträgt, gilt es den jahreszeitlichen Gang der Dinge berücksichtigen, ist doch die Strahlungsintensität der Sonne zwölf Tage später schon wieder ein ganzes Stück geringer. Doch das Extremwetterjahr 2018 übersprang auch diese Hürde und sorgte nebenbei für den mittlerweile 82. (!) Sommertag, an dem sich so mancher vermutlich gewünscht hat, dass die Freibäder nochmals öffnen. Bis nach Sonnenuntergang genossen viele den Sommernachschlag in der Region im Freien und vielleicht hat sich dabei der eine oder andere sogar an den 13. Oktober 2015 erinnert: Auf den Tag genau drei Jahre zuvor blieb es mit nur 4,8 °C – wohlgemerkt als Höchsttemperatur – tagsüber nicht nur außergewöhnlich kalt, es gab sogar einen frühen Wintergruß mit dem ersten Schnee in den Morgen- und Vormittagsstunden.  Davon bleiben wir zunächst einmal noch weit entfernt in diesem Jahr: Auch wenn der Höhepunkt der Wärme mit dem Rekordsamstag erreicht worden sein dürfte, sieht es auch für die kommenden Tage nach ungewöhnlich hohen Temperaturen für Mitte Oktober aus.

Die Wetterlage heute um 14 Uhr MESZ: Wenn „alles passt“

Hoher Luftdruck östlich und tiefer westlich von uns sorgte für eine südliche Strömung, die nicht nur warme Luftmassen (ca. 13 Grad in der 850 hPa-Fläche, die heute auf ca. 1.550 m Höhe zu finden war) nach Deutschland führte, sondern auch recht trockene Luft und Wind, so dass anders als oft bei herbstlichen Hochdrucklagen weder eine Inversion noch Nebel und auch keine Wolkenbildung, nicht einmal Cirrenfelder, eine Rolle spielten. Dies führte zu ungehinderter Einstrahlung, lokalen Lee-Effekten und guter vertikaler Durchmischung der Luftmasse, so dass sich die Erwärmung voll bis zum Boden durchsetzen konnte: Der Spitzenwert in 2 m Höhe über Grund an der auf 110 m über NN gelegenen Beveraner Station lag um fast 15 K über der T850 – trotz der genannten günstigen Umstände und der dies noch zusätzlich unterstütztenden trockenen Böden ein für Mitte Oktober außergewöhnlich hoher Gradient.

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Die Diashow zeigt Abendstimmungen an diesem Wochenende, der Zeitungsausschnitt aus dem TAH vom 15.10.2015 erinnert an den Wintereinbruch drei Jahre zuvor:

 

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Der September 2018 im Hochsolling

Im ersten meteorologischen Herbstmonat setzte sich das sehr warme Wetter der Vormonate auch an der privaten Wetterstation in Silberborn zunächst fort, die ersten drei Wochen waren überwiegend spätsommerlich geprägt. Am dritten Wochenende beendete dann eine markante Kaltfront den Sommer und zum kalendarischen Herbstbeginn setzte sich der Jahreszeit entsprechende, teils sogar zu kühle Witterung durch, die am Morgen des 29. sogar den ersten Luftfrost brachte – ein selbst im Hochsolling ungewöhnlich früher Zeitpunkt.

Die Mitteltemperatur betrug 13,2 °C und lag damit um 1,2 Grad über dem Mittelwert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 18.08. mit 28,6 °C – so warm war es so spät im Jahr zuletzt 1947. Auf der anderen Seite der Skala stand der erste Frost mit -0,7 °C am Morgen des 29.09.

Unter überwiegendem Hochdruckeinfluss setzte sich die Trockenheit der letzten Monate weiter fort, lediglich am 23. fiel mit 17,9 mm Tagesniederschlag mal wieder eine größere Regenmenge. Die Monatssumme betrug aber lediglich 33,1 mm und damit nur ein Drittel des langjährigen Mittelwerts von 98,1 mm.

Dafür gab es erneut Sonne satt: Mit rund 192 Stunden wurde das Klimamittel um 50% überschritten. Dazu war der Wind meist schwach bis mäßig unterwegs, nur vor der Kaltfront am Mittag des 21.09. frischte er auf und brachte einzelne stürmische Böen (Bft. 8).

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Späte Hitze und früher Frost

Rückblick auf den September 2018 an der DWD-Station Bevern

Der erste meteorologische Herbstmonat präsentierte sich in den ersten drei Wochen überwiegend sommerlich und verlängerte die seit April andauernde beispiellose Wärme und Trockenheit fast auf den Tag genau bis zum Ende des astronomischen Sommers. Anschließend setzte sich der Herbst nicht nur auf dem Kalender, sondern auch bei der Witterung durch. Außergewöhnlich kalte Nächte zum Monatsende zeigten das zweite Gesicht des Wetterjahres 2018, das sich bisher kaum einmal mit Mittelmaß begnügt und immer wieder kräftige Ausschläge bei den Temperaturen zeigt – meist hin zur warmen Seite, zeitweise aber auch in Richtung unteres Ende der Skala wie im Spätwinter und nun Ende September. Trotz Dauerregens am dritten Sonntag, unter dem verschiedene regionale Veranstaltungen zu leiden hatten, blieb es in der Monatsbilanz erneut deutlich zu trocken, während die Sonne wieder eine Reihe von Überstunden leistete.

Mit einer Mitteltemperatur von 15,0 °C war es an der DWD-Station in Bevern um 1,1 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. 15 wärmeren Septembern stehen 68 kältere und ein gleich warmer in der Klimareihe Holzminden/Bevern ab 1934 gegenüber. Ungewöhnlich hoch war wie schon in den Vormonaten die Anzahl der meteorologischen Sommertage: Der September steuerte elf solcher Tage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad zur Jahresbilanz von mittlerweile 80 Stück bei – der alte Rekord von 64 aus dem Jahr 2006 wurde damit geradezu pulverisiert. Die 20-Grad-Marke wurde im September an 21 Tagen überschritten und im Jahresverlauf bereits 138 Mal, auch diese Zahl war zuvor kaum vorstellbar. Zum Vergleich: Das Jahr 1962 brachte ganze 60 solcher warmen Tage, der langjährige Durchschnitt liegt bei 96.

Und selbst in Sachen Hitze setzte der September noch einen drauf: Am 18. wurden in Bevern 31,9 °C gemessen, dies war der 33. heiße Tag des Jahres und zugleich ein neuer Tagesrekord. In der Klimareihe Holzminden/Bevern, in der Tageswerte leider erst ab 1951 vorliegen bzw. erhalten sind, wurde noch nie zuvor zu einem so späten Zeitpunkt im Jahr die 30-Grad-Marke überschritten. 1947 war es allerdings am 19. und 20. in der Region noch heißer. Das zweite Nachkriegsjahr hatte seinerzeit Wettergeschichte geschrieben mit dem mit Abstand wärmsten Sommerhalbjahr: 16,4 °C betrug damals die Mitteltemperatur der Monate April bis September – ein Wert, der 70 Jahre lang unangetastet geblieben war und nun 2018 mit 17,3 °C deutlich übertroffen wurde.

Mit einer markanten Kaltfront, die am Mittag des 21. für stürmische Böen und einen Temperatursturz von über zehn Grad sorgte, verabschiedete sich der längste Sommer aus der Region. Vor allem nachts und in den Morgenstunden brachte die letzte Woche des Monats für die Jahreszeit ungewöhnlich tiefe Temperaturen, da die zuvor eingeflossene kältere Luft erneut unter Hochdruckeinfluss geriet und es in den länger werdenden Nächten ohne schützende Wolkendecke stark auskühlen konnte. In den Morgenstunden bildete sich in Wesernähe mehrfach Nebel, der von der Septembersonne aber noch rasch aufgelöst werden konnte. Außergewöhnlich kalt ging es zum Monatsende zu: Mit 0,4 °C Tiefsttemperatur wurde in Bevern am Morgen des 29. ein neuer Dekadenrekord aufgestellt, dazu gab es zweimal Bodenfrost in 5 cm Messhöhe.

Hochdruck prägte nicht nur die frischen und sonnigen letzten Tage, sondern weite Strecken des Monats, wobei es durchaus auch wolkige Phasen gab, die aber mit Ausnahme des 23. keinen nennenswerten Regen brachten. Atlantische Tiefs konnten sich nur kurzzeitig durchsetzen, das Niederschlagsdefizit verschärfte sich nach dem nunmehr fünften deutlich zu trockenen Monat in Folge sogar noch. Nachdem der Pegel der Weser weiter gesunken war, musste die Poller Fähre ihren Betrieb ab Monatsmitte vorübergehend einstellen.

Mit 28,0 mm Monatsniederschlag wurden in Bevern nur 38,8% des langjährigen Mittels erreicht, wovon mehr als die Hälfte am verregneten kalendarischen Herbstbeginn fiel, während es an 20 Tagen trocken blieb. Auch hier lohnt ein Blick auf die Sommerhalbjahresbilanz: Die Regensumme von April bis September betrug in Bevern lediglich 172 mm und lag damit so niedrig wie noch nie seit Messbeginn 1935. Im zuvor trockensten Sommerhalbjahr waren 1976 immerhin 226,9 mm gefallen.

Die Sonne zeigte sich rund 193,5 Stunden am Himmel und schien damit knapp 50 Stunden oder 45% länger als im Mittel der Jahre 1981-2010. Bis auf Januar und Juni fielen alle Monate des Jahres deutlich sonniger aus als im Durchschnitt, besonders scharf ist der Kontrast zum trüben September des Vorjahres, der es nicht einmal auf die Hälfte des aktuellen Wertes brachte.

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Dieses Wetterjahr kann auch „kalt“

Außergewöhnliche Tiefstwerte am Samstagmorgen im Wesertal und im Solling

0,4 Grad am Samstagmorgen in Bevern und ein erster leichter Luftfrost in Silberborn – auf den ersten Blick sieht das für Ende September nach einer „Hund-beißt-Mann-Geschichte“ aus und scheint eher keine Meldung wert zu sein – doch wie so oft zeigt sich die Besonderheit des Moments erst nach genauerem Hinsehen. Und dieser Blick in die lokale Wettergeschichte lohnt sich, fördert er doch zutage, dass in Bevern ein neuer Rekordtiefstwert in einer dritten Septemberdekade gemessen wurde – mindestens zurück bis ins Jahr 1951, ab dem Tageswerte für die Klimareihe Holzminden und Bevern des Deutschen Wetterdienstes vorliegen. Und auch wenn man den gesamten Monat betrachtet, findet sich nur ein zweifelsfrei dokumentierter tieferer Wert: Am 16.09.1971 sank das Quecksilber am damaligen Stationsstandort Über dem Gerichte in Holzminden auf -0,5 °C, zugleich der einzige bisher überhaupt im September registrierte Luftfrost der Messreihe.
Fünf Zentimeter über dem Erdboden betrug der Tiefswert am heutigen Morgen in Bevern -1,8 °C – der erste Bodenfrost des Herbstes trat damit in diesem Jahr deutlich früher auf als im vergangenen, als erst am 6. November erstmals der Gefrierpunkt in dieser Messhöhe unterschritten wurde und das mit damals -0,3 auch nur geringfügig.

In Silberborn gab es an der privaten Station im Kurgarten mit einem Tiefstwert von -0,7 °C, vorschriftsgemäß zwei Meter über mit Rasen bewachsenem Grund und mit belüftetem Temperatursensor gemessen, sogar den ersten Luftfrost des Herbstes – und auch hier lohnt der Blick in die Messgeschichte, denn anders als man angesichts der Höhenlage von über 400 m vermuten dürfte, ist Septemberfrost auch im Hochsolling ein äußerst seltenes Ereignis. Während der Messungen der Kurklimastation im DWD in den Jahren 1975 bis 2008 (in den ersten acht Jahren in Neuhaus) ist kein einziger Frost in einem September gemessen worden und auch wenn man die Klimareihe in Torfhaus auf 491 m Höhe von 1937-1966 zu Rate zieht, finden sich lediglich in den Septembern der Jahre 1939 und 1943 vereinzelte Luftfröste im Hochsolling. Leider existieren von dort aus den Jahren 1968-1974 und 2009-2016 keine Messungen.

Interessant ist auch der Vergleich des Temperaturverlaufs an diesem Morgen:
Während die Tiefstwerte an beiden Stationsstandorten gegen 07:15 Uhr erreicht wurden, war es in Silberborn zwei Stunden später schon fast neun Grad wärmer, in Bevern hingegen verharrte die Temperatur zunächst eine halbe Stunde um das Minimum herum und stieg dann sehr zögerlich an, hier ging es bis 09:15 Uhr nur um gut drei Grad aufwärts. Während sich die schwerere Kaltluft wie im Lehrbuch talwärts sammelte und sich über der Weser zudem Nebel bildete, profitierte Silberborn bereits von der Ende September immer noch recht kräftigen Sonnenstrahlung.

Das Wetterjahr 2018 bleibt sich also auch in diesen Tagen treu nach dem Motto:
Ich kann alles außer Mittelmaß.

Den besten Blick hatten Gleitschirmflieger von oben auf das Naturschauspiel:

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Ein Sommer der Superlative

Auch im Holzmindener Oberwesertal war der Sommer 2018 rekordtrocken und brachte außergewöhnlich viel Hitze. Dies bestätigt die Auswertung der Messwerte der DWD-Station in Bevern und die Einordnung in die Klimareihe Holzminden/Bevern. Bei der Mitteltemperatur landeten sowohl der August als auch der meteorologische Sommer auf Platz zwei hauchdünn hinter 2003, bei der Anzahl Hitze- und Sommertage wurden die Bestmarken von vor 15 Jahren deutlich übertroffen und beim Niederschlag brachten Juli, August und der Gesamtsommer neue Trockenheitsrekorde. Dazu war es im Oberwesertal der viertsonnigste Sommer seit Beginn der Sonnenscheinmessungen 1951.

August: Sehr warm und kaum Regen

Mit einer Mitteltemperatur von 20,2 °C war es an der Beveraner DWD-Station 2,5 Grad wärmer als im Mittel der Jahre 1981-2010. Erst zum dritten Mal lag die Monatstemperatur in einem August in der seit 1934 bestehenden Messreihe oberhalb der 20-Grad-Marke. Zusammen mit 1997 war es der zweitwärmste August nach 2003. Mit 13 heißen Tagen mit einer Höchsttemperatur von mindestens 30 Grad wurde der Rekord aus dem August 2003 eingestellt und an nur einem Tag die 20-Grad-Marke nicht erreicht.

An drei Tagen wurde neue Tagesrekorde bei den Höchstwerten gemessen und am 7. August mit 37,0 °C der absolute Temperaturrekord am Standort Bevern vom 4. Juli 2015 eingestellt. Heißester Tag seit Beginn der regionalen Wetterbeobachtungen bleibt der 09.08.1992, als in Boffzen (DWD-Ersatzstation 1992-1996) 37,9 °C registriert wurden. Ob es auch während der Hitzewelle im August 2003, als im LK Holzminden nur in Silberborn auf 440 m gemessen wurde, in den tiefen Lagen ein paar Zehntel über 37 Grad ging, kann nicht zweifelsfrei ermittelt werden, es spricht aber einiges dafür, dass dies am 12.08.2003 der Fall war, möglicherweise (allerdings mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit) auch am 09.08.2003.

Markant war erneut die Trockenheit, wie schon im Juli wurde auch im August ein neuer Negativrekord bei der Niederschlagssumme des Monats aufgestellt. Mit nur 13,2 mm (17,1% des Mittels 1981-2010) – aus zwar immerhin 13 Niederschlagstagen, die aber nur sehr geringe Mengen brachten – wurde der erst neun Jahre alte Rekord aus dem Jahr 2009 deutlich unterboten. Die Dürreschäden in Natur und Landwirtschaft verschärften sich damit weiter.

Mit rund 238 Stunden schien die Sonne etwa 49 Stunden oder 26% länger als im Mittel der Jahre 1981-2010, dieser Wert ist aber nicht rekordverdächtig. Am sonnigsten und wärmsten war es in der ersten Monatsdekade, als sich die Hitzewelle aus dem Juli nahtlos fortsetzte. Mit einer Kaltfront am Abend des 9. August wurde die heiße Luftmasse verdrängt und es folgte ein wechselhafterer und deutlich weniger warmer Abschnitt. Doch ab Monatsmitte stiegen die Werte für gut eine Woche wieder regelmäßig auf 26-31 Grad, bevor es in der letzten Woche des Monats dann kaum noch über 23 Grad warm wurde. Erst diese zweite Abkühlung verhinderte, dass der Sommer 2018 den 2003er auch bei der Mitteltemperatur überholte.

Sommer: Extreme Trockenheit und fast 30 Hitzetage

Die Mitteltemperatur des Sommers betrug in Bevern 19,74 °C und lag damit nur ein knappes Zehntelgrad unter der des Sommers 2003. Die Abweichung gegenüber dem 30-Jahres-Mittel von 1981-2010 betrug +2,4 Grad. Erstmals in der Geschichte übertrafen zwei Sommermonate (Juli und August) die Marke von 20 Grad bei der Monatsmitteltemperatur. Mit 29 heißen Tagen wurde bisherige Spitzenwert aus dem Sommer 2003 von 21 bei weitem distanziert, wobei recht viele Hitzetage in diesem Sommer im Bereich zwischen 30,0 und 31,5 Grad auftraten. Auch bei den Sommertagen und warmen Tagen gab es mit 52 bzw. 83 Tagen neue Rekorde.

Von Juni bis August wurde ein markanter neuer Trockenheitsrekord aufgestellt: Mit 64,9 mm wurde die bisherige Tiefstmarke der Reihe Holzminden/Bevern aus dem Sommer 1983 um 35,6 mm unterboten und das langjährige Mittel um über 70% verfehlt. Anhand der noch länger zurückreichenden Niederschlagsreihen der Umgebung wie Aerzen-Reher, Alfeld, Lippoldsberg und auch der Sollingreihen Neuhaus und Schießhaus lässt sich zweifelsfrei ableiten, dass es sogar der trockenste Sommer seit mindestens 1878 war.

Mit 742,9 Stunden schien die Sonne etwa 165,5 Stunden länger als im Mittel der Jahre 1981-2010 bzw. übertraf dieses um 28,7%. Damit dürfte der Sommer 2018 der viertsonnigste seit Messbeginn dieses Parameters im Jahr 1951 gewesen sein. 1959, 1976 und 2003 sollte es nach den vorliegenden Daten noch mehr Sonnenschein im Sommer gegeben haben.

Noch eklatanter sticht der Sommer 2018 im Vergleich mit seinem direkten Vorgänger heraus: Dieser war zwar mit 17,93 °C nicht kühl, aber doch um 1,8 Grad weniger warm. Viel frappierender ist der Kontrast beim Sonnenschein und beim Niederschlag: 2017 war es mit nur 529 Stunden sehr trüb (214 Stunden, das ist ein gutes Monatsmittel, schien die Sonne in diesem Jahr länger) und es fielen fast 353 mm mehr Regen, was für den zweitnassesten Sommer der Messreihe nach 1956 sorgte. Zumindest beim Niederschlag folgten also zwei gegensätzliche Extreme direkt aufeinander. Wie 2017 lag der Wert außerhalb des 2-Sigma-Intervalls (Mittelwert plus bzw. minus zweifache Standardabweichung). Auch unter Berücksichtigung des Einflusses des Klimawandels wurden wir damit Zeugen zweier statistisch extrem unwahrscheinlicher Ereignisse innerhalb eines so kurzen Zeitraums.

Monatsdiagramm_2018_08TT_2018_08RR+SSD_2018_08TTmit_Vergleich_2018_08RR_Reihe_August

 

Sommerdiagramm_2018TT_Reihe_SommerTmax_Vergleich_2018_SommerTmit_Vergleich_2018_SommerRR_Reihe_Sommer

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Neue Rekorde bei Trockenheit und Sonnenschein

Rückblick auf August und Sommer 2018 im Hochsolling

Im letzten meteorologischen Sommermonat dominierte zunächst weiter die seit der zweiten Julihälfte vorherrschende sehr warme bis heiße Witterung, bevor es ab der zweiten Dekade langsam wechselhafter wurde und sich bei den Temperaturen ein Auf und Ab auf meist überdurchschnittlichem Niveau einstellte.

Die Mitteltemperatur im August betrug 17,9 °C und lag damit um 2,2 Grad über dem Mittelwert der Klimaperiode 1981-2010. Am wärmsten wurde es am 07.08. mit 34,1 °C – nur 0,1 Grad unter dem Rekord vom 09.08.1992 und zugleich der Höchstwert des Sommers, der mit 17,5 °C Mitteltemperatur der zweitwärmste seit Aufzeichnungsbeginn war und das Klimamittel um 2,3 Grad übertraf. Nur 2003 war es noch um ein knappes Zehntelgrad wärmer. Mit neun heißen Tagen von mindestens 30,0 °C Höchsttemperatur verfehlte der Sommer 2018 die Bestmarke von 2003 nur um einen Tag, bei den Sommertagen (>=25,0 °) wurde der Rekord von 2003 mit 32 eingestellt.

Im August fielen lediglich 31,6 mm Regen und im Sommer 111,6 mm – beides sind neue Trockenheitsrekordwerte in der Hochsolling-Messreihe. Von den 30-Jahres-Mitteln der Jahre 1981-2010 wurden nur 34,3% (August) bzw. 39,9% (Sommer) erreicht.

Die Sonnenscheindauer betrug im August überdurchschnittliche ca. 235 Stunden (122,8% vom Mittel 1981-2010) und der Sommer 2018 übertraf das Klimamittel sogar um 28,7% und geht mit rund 738 Stunden als rekordsonnig in die Klimastatistik ein.


August 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Monatsmitteltemperatur: 17,95 °C
Maximummittel: 23,9 °C
Minimummittel: 11,8 °C
Maximum: 34,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Maximum: 15,0 °C am 25.08.2018
Minimum: 4,1 °C am 26.08.2018
Höchstes Minimum: 17,8 °C am 02.08.2018
Höchstes Tagesmittel: 26,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 10,4 °C am 25.08.2018
Warme Tage  >= 20,0 °C: 22
Sommertage >= 25,0 °C: 13
Heiße Tage >= 30,0 °C: 3
Tropennächte >= 20 °C: 1

Niederschlagssumme: 31,6 mm   – neuer Trockenheitsrekord –
Höchste Tagessumme*: 9,6 mm am 09.08.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 12
Tage ohne Niederschlag: 19

Mittlere relative Luftfeuchte: 69,9%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,1 hPa
Maximum: 1.024,4 hPa am 31.08.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 13.08.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 235 Stunden

Maximale Windböe*: 77,5 km/h am 09.08.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort


Sommer 2018 an der Station Holzminden-Silberborn (428 m ü. NN):

Mitteltemperatur: 17,5 °C
Maximummittel: 23,0 °C
Minimummittel: 11,5 °C
Maximum: 34,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Maximum: 12,1 °C am 24.06.2018
Minimum: 4,1 °C am 26.08.2018
Höchstes Minimum: 18,9 °C am 25.07.2018
Höchstes Tagesmittel: 26,1 °C am 07.08.2018
Niedrigstes Tagesmittel: 9,6 °C am 22.06.2018
Kühle Tage < 15,0 °C: 6
Warme Tage  >= 20,0 °C: 68
Sommertage >= 25,0 °C: 32
Heiße Tage >= 30,0 °C: 9
Tropennächte >= 20 °C: 1

Niederschlagssumme: 111,6 mm  – neuer Trockenheitsrekord –
Höchste Tagessumme*: 14,3 mm am 12.07.2018
*(07:50 Uhr bis 07:50 Uhr MESZ Folgetag)
Tage mit messbarem Niederschlag: 29
Tage ohne Niederschlag: 63

Mittlere relative Luftfeuchte: 71,8%

Mittlerer Luftdruck (reduziert auf Meereshöhe): 1.016,3 hPa
Maximum: 1.025,4 hPa am 26.+27.06.2018
Minimum:  1.005,5 hPa am 28.07.2018

Berechnete Sonnenscheindauer: ca. 738 Stunden   – neuer Rekord –

Maximale Windböe*: 77,5 km/h am 09.08.2018
* berechnet auf 10 m über Grund am Stationsstandort

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